Hola mis amigos. Como estas?
Es ist soweit. Meine letzte Woche ist angebrochen und so langsam oder sogar recht schnell geht es in Richtung Heimat. Und somit heisst es so langsam Abschied nehmen von allen. Das faellt mir echt schwer. Ich habe hier zwei wunderbare Freundinnen hier gefunden und finde es schade, dass ich sie erst mal eine Zeit lang nicht sehen kann. Aber gut, die Freude auf zu Hause ist sehr gross .
Der Dschungel war genial. Anders kann man es eigentlich nicht ausdruecken.
Am Mittwochabend ging es los, um genau elf Uhr ging unser Bus und ab ging es in Richtung Lago Agrio. Von der Busfahrt gibt es nicht viel zu berichten, ich habe durchgeschlafen, mein Mp3-Player hat sich nach fuenf Minuten aufgehaengt und somit war auch keine Musik mehr vorhanden, die ich hoeren konnte. Aber ich habe es recht gut ueberstanden.
Am Morgen sind wir dann in Lago Agrio angekommen und haben ersteinmal das Hotel gesucht, in dem wir uns mit unserem Guide und den anderen unserer Gruppe gewartet. Das Fruehstueck war an sich ganz ok, nichts besonderes und ich war froh, den Cafè con Leche genommen zu haben, da habe ich naemlich eine Tasse warme Milch bekommen und konnte das Kaffeepulver getrost weglassen.
Dann ging es weiter. Zweieinhalb Stunden mit einem kleinen Minibus, der mit geschlossenen Fenstern ein regelrechtes Sauneklima entwickelte, ging es ueber Holperstrassen und durch Staubwolken in Richtung Eingang vom Naturreservat „Cuyabeno“. Mit meinem Censo musste ich auch nur fuenf Dollar zahlen und kurz nach unserem Lunch ging es dann mit einem Kanu in Richtung Lodge.
Da wir eine sehr grosse Gruppe waren, mussten wir uns auf zwei Boote aufteilen, an sich kein Problem, Kristine, Joana, deren Freunde und ich nahmen in einem Boot platz, allerdings auch noch drei Ecuadorianer, die schon auf der Busfahrt kraeftig gebechert hatten und somit schon ihre Probleme ueberhaupt ins Boot zu steigen. Das war an sich witzig mit anzuschaun. Die naechsten vier Stunden waren allerdings nicht mehr ganz so witzig. Die ganze Zeit ging es mit „Welcome to the Jungle“, „Viva la Selva“, „Monkey, Monkey“ und „To the left and to the right“, dazu schwankten sie mit dem Boot immer hin und her, leerten nebenbei ueberdimensionalgrosse Schnapsflasche und somit stieg ihr Alkoholspiegel enorm schnell. Eigentlich hatte ich erwartet irgendwann im Wasser zu landen, aber die vier Stunden Bootsfahrt haben wir dann doch mehr oder weniger trocken Ueberstanden, hat zwar noch etwas laenger gedauert, weil wir haengengeblieben sind (die Ecuadorianer hatten den Umfang von drei Walrossen und sassen hinten, daher musste der Bootsfahrer die Motorsaege auspacken . In der Lodge angekommen ist dann passiert, wo wir die ganze Zeit drauf gewartet haben. Einer der drei Ecuadorianer landete im Wasser, samt Kamera. Uns tat das nicht leid, schliesslich waeren wir fast wegen denen im Wasser gelandet, aber dieser war so sauer, dass er aus dem Wasser kroch und unserem Guide eine scheuerte. Angeblich aus dem Grund, weil der Guide ihn geschuppst hatte, aber das war nicht der Fall. Das ganze war kurz davor zu eskalieren und am naechsten Tag mussten die drei Ecuadorianer abreisen. Somit waren wir die also schonmal los.
Die Lodge war echt toll. Die „Jamu-Lodge“ (auf deutsch: Guerteltier-Lodge) bestand aus einem grossen Haupthaus, in dem sich Kueche, „Speiseraum“, Bar und Haengematten befanden, rund herum waren die Unterkuenfte fuer die „Dschungeltouristen“. Ich war in einem Fuenferzimmer untergebracht, mit einem Badezimmer, aus dem man einen wunderbaren Blick in den Dschungel hatte, das Badezimmer hatte naemlich auf der Rueckseite keine Wand und somit haben die Affen uns beim Duschen zugeschaut. Sehr amuesant.
Nun gut, am naechsten Tag ging es nach einem leckeren Fruehstueck dann auf zu unserer ersten Excursion. Eine Art Wattwanderung, da die „Laguna Grande“ mehr oder weniger ausgetrocknet war (wir waren zur Trockenzeit im Dschungel) und somit stapften wir mit Gummistiefeln bewaffnet durch den Matsch, versanken drin und kaempften uns vorwaerts. Nebenbei sahen wir noch allerlei Voegel, Fussspuren von Caimanen und Voegel. Es war echt toll und mal etwas anderes, was ich noch nicht gesehn hatte. Anschliessend warteten wir auf unseren Bootsfahrer, der irgendwohin verschwunden war und erst einige Zeit aufgetaucht ist. Er fuhr uns wieder den Fluss entlang, liess uns aber vorher aussteigen und auf uns wartete die erste Richtige Dschungeltour, durch das gganze Gruen, mit allem Getier was da so lebt (wir haben ueberwiegend Ameisen und Spinnen gesehen, buah) , aber wir haben es ueberlebt und wurde anschliessend mit einem leckeren Mittagessen belohnt. Am Nachmittag stand dann Piranhasfischen auf dem Plan, nur fing es leider an zu regnen. Das fand ich nicht so toll. Wir bekamen Regenponchos (damit sahen wir aus wie die Elben aus „Der Herr der Ringe“ und setzten uns damit ins Kanu, bekamen eine Angel und warteten darauf, dass irgendwelche Piranhas so doof waren und an unsere provisorischen Angel anbissen. Ein Englaender aus unserer Gruppe fischte gleich drei aus dem Wasser, ich gar keinen. Aber das fand ich jetzt auch nicht so schlimm. Joana und Sebastian fischen keine Piranhas sondern Catfishes und die wueden uns dann zum Abendessen serviert. Das war witzig. Die Regenponchos haben uebriegens nix gebracht, ich war danach klatschnass, haette sie also auch weglassen koennen.
Abends ging es dann noch mit dem Kanu auf Caimanensuche . Mit Taschenlampen bewaffnet suchten wir den Fluss ab und fanden das eine oder andere Babykrokodil. Das war richtig spannend. Besonders als der Guide eins aus dem Wasser fischte und ich eben dieses genau vor meinem Gesicht rumzappelte. Da wurde mir doch etwas mulmig zumute.
Am Naechsten Tag stand auf dem „Yuccabrot“-Backen und ein Besuch in einem „Pueblo de los indigenas“ auf dem Programm und somit schipperten wir mit unserem Kanu erneut den Fluss hinunter und besuchten die Mutter von unserem Kanufahrer. Diese zeigte uns dann fleissig, wie man Yuccabrot herstellt (das Essen die da jeden Tag) und ich half fleissig mit, die Yuccaknollen zu reiben, zu trocknen und zu einem Mehl zu verarbeiten. Danach wurde eben dieses zu einer Art Tortilla gebraten und verspeist. Es schmeckte einwenig nach nichts, aber machte satt. Eine interessante Kombination.
Der darauffolgende Besuch in dem Dorf war einwenig unsinnig. Wir haben uns den groessten Baum im Dschungel angeschaut und das wars dann auch schon wieder.
An diesem Abend ging es dann, erneut mit Taschenlampen, durch die Lodgeumgebung und wir haben Insekten und Froesche und was weiss ich noch alles gesucht und gefunden (nebenbei hatten wir auch einen hervorragenden Blick auf einen sich gerade duschenden Ecuadorianer…) und haben zwei Tausendfuesslern zugeschaut, wie sie lauter kleine Tausendfuessler machen. S
Sonntag ging es dann wieder zurueck nach Quito. Erst fuenf Stunde mit dem Boot zurueck zum Parkeingang (fuenf Minuten bevor wir angekommen waren, fing es an zu schuetten, danach war dann alles nass) und mit Lunchbox bepackt ging es dann im Bus weiter nach Lago Agrio. Die Fahrt war sehr anstrengend und muehsam, aber wir hatten es nach einigen Stunden ueberstanden und fanden in Lago Agrio auch direkt einen Bus, der uns dann nach Quito brachte. Acht Stunde Busfahrt, ein schlechter Film, hinter mit ein Kind, dessen Windeln durchgaengig gut gefuellt waren und dann noch absolut keine Lust auf Busfahren. Ihr koennt mir glauben, als wir in Quito ankamen, war ich sowas von gluecklich endlich da zu sein.
Aber der Dschungeltrip hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es war eine tolle, spannende Erfahrung, die ich nicht missen moechte und wer irgendwann mal von euch nach Ecuador kommt, dem lege ich nahe, dass er auf jeden Fall in den Dschungel fahren sollte.
Meine letzte Woche. Bald bin ich wieder da. Ich freu mich, ihr euch auch?